Sonderfarben im Digitaldruck

Michael | Freitag, 29. Januar 2010 - 11:28

Sonderfarben werden in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt, um verlässlich einen genau definierten Farbton reproduzieren zu können. RAL-Farben bei Lacken oder HKS- und Pantonefarben im Offsetdruck sind alltäglich, zahlreichen Firmen-Logos sind aus Pantone-Farben aufgebaut.

Wie aber kann man im Digitaldruck (Solventdruck) mit Sonderfarben umgehen?

Sonderfarben wie z.B. Pantone- oder HKS-Farben können im Digitaldruck nicht direkt umgesetzt werden. Es gibt einfach keine Tintankartuschen in einem bestimmten Pantone-Ton. Der zu erzielende Farbton muss also in der Regel mit den 4 Grundfarben (Cyan, Magenta, Yellow, Black) reproduziert werden. Da moderne Digitaldrucker bereits mit den 4 CMYK-Farben einen deutlich größeren Farbraum wiedergeben können, als es beispielsweise im Offsetdruck möglich ist, ist das allerdings eine durchaus brauchbare Methode.

Anmerkung:
Einige Drucksysteme nutzen zusätzlich zu den CMYK-Farben auch noch zusätzlich eine Kombination aus Orange, Grün, Rot oder Blau, um mehr Farben wiedergeben zu können.

Was tun, wen eine Sonderfarbe umgesetzt werden soll?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zu einem guten Druckergebnis zu kommen:

  • Im Fall von Pantone-Farben ist es sinnnvoll, die Sonderfarbe in der Datei zu lassen, wie Sie ist. Die Druckersofware errechnet anhand hinterlegter Farbbibliotheken und Druckmedieninformationen die bestmögliche 4c-Umsetzung.
  • Oft enthalten Corporate-Design-Manuals neben den Sonderfarbdefinitionen auch noch Farbangaben für den Druck in 4c. Diese Definitionen können in jedem Fall verwendet werden, sie sind ja besonders für Fälle gedacht, bei denen Sonderfarben nicht zum Einsatz kommen können.
  • Sie können auch einen Farbfächer (z.B. die “Color Bridge” von Pantone) konsultieren, um zu einer 4c-Umsetzung zu kommen. Für den Solventdruck ist das meiner Meinung nach die ungünstigste Vorgehensweise, die anderen Methoden führen meist zu deutlich besseren Ergebnissen.
  • Hilfreich ist in jedem Fall auch das Beistellen eines gedruckten Farbmusters.

Sprechen sie aber in jedem Fall den Einsatz von Sonderfarben VOR dem Druck mit dem Drucker durch. Die Produktion eines Vorabmusters ist im Digitaldruck kostengünstig möglich und erspart unnötige Reklamationen.

Grenzen bei der Nutzung von Sonderfarben

Nicht alle Farben aus allen Farbsystemen können gut umgesetzt werden. Bestimmte Blau- und Orangetöne sind gute Beispiele dafür. Absolut unmöglich ist die Reproduktion von Metallic-Farben; ohne entsprechnede Metallic-Pigmente in den Tinten (und die sind in den CMYK-Tinten nunmal nicht drin) ist deren typischer Effekt nicht zu erzielen. Das gilt übrigens nicht nur für den Digitaldruck, sondern auch für alle anderen Druckverfahren.

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